Kontakt zum Weidevieh vermeiden
Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten und auf den Wegen bleiben.
Mit über 2.000 Almen verfügt Tirol über die meisten Almen in ganz Österreich. Almen sind dabei nicht nur beliebte Ausflugsziele und Erholungsräume, sondern in erster Linie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Sie bilden die Futtergrundlage für Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde, die den Sommer auf den weitläufigen Weideflächen verbringen, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensmittelversorgung. Gleichzeitig zählen Almwiesen zu den artenreichsten Offenlandlebensräumen und tragen wesentlich zum Erhalt der einzigartigen Tiroler Kulturlandschaft bei. Begegnungen mit Weidevieh gehören daher für viele Wanderer und Mountainbiker zum Alm-Erlebnis dazu.
Das Weidevieh auf unseren Almen ist in der Regel ruhig und friedlich. Treffen die Tiere jedoch auf Hunde, kann dies Unruhe auslösen und natürliche Schutzinstinkte aktivieren. Die Angst vor dem Wolf als natürlichem Feind ist dem Weidevieh bis heute erhalten geblieben. Da Hunde dem Wolf – unabhängig von Rasse und Größe – ähneln, können sie insbesondere bei Muttertieren starke Schutzreaktionen auslösen. Besonders aufmerksam sollte man bei Herden sein, in denen Muttertiere gemeinsam mit ihren Kälbern auf der Alm weiden. In der sogenannten Mutterkuhhaltung bleiben Kühe und Kälber als Herde zusammen. Dabei sind die Schutzinstinkte der Muttertiere besonders stark ausgeprägt, weshalb sie potenzielle Gefahren für ihren Nachwuchs rasch wahrnehmen und entsprechend reagieren können. Dadurch können in sehr seltenen Fällen gefährliche Situationen für Wanderer oder Radfahrer entstehen. Besonders aufmerksam sollte man also bei Kühen sein, die gemeinsam mit ihren Kälbern auf der Alm weiden.
Vorfälle zwischen Weidevieh und Wandernden treten statistisch gesehen nur selten auf. Durch das Beachten der entsprechenden Hinweistafeln lässt sich das Risiko zusätzlich deutlich verringern. Dennoch ist bei Begegnungen mit Almvieh eine angemessene Vorsicht ratsam. Um gefährliche Situationen zu vermeiden, ist es hilfreich, die Verhaltensweisen der verschiedenen Tiere zu kennen und richtig einschätzen zu können.
Die landwirtschaftliche Infrastruktur auf den Almen ermöglicht vielen Menschen die Freizeitnutzung dieser einzigartigen Landschaft. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme sind Tirols Almen ein sicherer und erholsamer Ort für alle – für Menschen ebenso wie für Tiere.
Das vorliegende Leitsystem führt Bergsportlerinnen und Bergsportler mit ausreichendem Abstand an jenen Bereichen der Alm vorbei, in denen eine Begegnung mit Weidevieh besonders wahrscheinlich ist. Dadurch wird die Sicherheit auf den Almen erhöht – unabhängig davon, ob man zu Fuß, mit dem Mountainbike oder mit Hund unterwegs ist.
Das Weidevieh bewegt sich weitgehend frei auf den Almflächen. Bestimmte Bereiche werden jedoch häufiger von Herden genutzt, etwa in der Nähe von Almhütten oder Tränken. Verlaufen dort zusätzlich stark frequentierte Wanderwege, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung deutlich. An diesen sogenannten „Hot Spots“ schaffen Hinweisschilder Bewusstsein für mögliche Situationen und zeigen zugleich sichere Umgehungsrouten auf.