Tiroler Genussrouten: Kulinarische Wanderungen für Feinschmecker


Wie wird das Bergheu zum Heumilchkäse? Entlang der Tiroler Genussrouten erfahren Sie, wie typische regionale Produkte entstehen.

Lassen Sie sich auf den Genussrouten durch Tirol führen und entdecken Sie feine und herzhafte Spezialitäten der Tiroler Küche: ob saftige Haiminger Äpfel, Brandenberger Prügeltorte oder Kaunergrater Ziegenkäse. Auf den Tiroler Genussrouten kommen Sie den Geheimnissen der Köstlichkeiten auf die Spur, vom Anbau bis zur Ernte und der Verkostung. Gourmets folgen mehr als 10 Tiroler Spezialitäten zu Fuß oder mit dem Rad und genießen mit allen Sinnen.

Brandenberger Prügeltorte


Original Brandenberger Prügeltorte, Schaubacken im Gasthaus Kaiserhaus in Brandenberg, © Kaiserhaus Brandenberg

Die Prügeltorte hat ihren Ursprung in Brandenberg, wo sie seit Generationen als Festgebäck zu den verschiedensten Anlässen gereicht wird. Vermutlich gibt es den unregelmäßigen Baumkuchen, der wie ein Mürbteig-Keks schmeckt, seit dem Mittelalter. Allerdings wird der Ei-Schwerteig aus Butter, Zucker, Eiern und Mehl nicht im Ofen, sondern über offenem Feuer gebacken: Schicht für Schicht wird der Teig auf einen Holzprügel getropft, der gefühlvoll gedreht wird, bis die gewünschte Kuchengröße erreicht ist.

Die Genusswanderung verbindet eine Wanderung durch die beeindruckende Kaiserklamm mit der kulinarischen Freude einer Prügeltorte: Beim Gasthaus Kaiserhaus in Brandenberg findet von Anfang Mai bis Ende Oktober 2018 jeden Donnerstag (bei gutem Wetter) von 14.30 bis 17.00 Uhr ein Schaubacken statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Haiminger Äpfel


Oberländer Äpfel, © Ötztal Tourismus

Rund um die Gemeinde Haiming im Tiroler Oberinntal werden rund 60.000 Obstbäume kultiviert, die jährlich an die 800 Tonnen Früchte liefern. Ob Boskop, Topaz oder Elstar: Der Oberländer Apfel verdankt sein Aroma der ausgeklügelten Bewässerung mit bestem Gebirgswasser, den kalten Nächten und hohen Tagestemperaturen sowie dem gehaltvollen Boden. Aber nicht nur das: Obstbaufachleute achten darauf, dass der Apfel auch tatsächlich „reif“ geerntet wird und keine halbwüchsigen „Grünlinge“ in die Körbe kommen.

Die Genusswanderung führt ausgehend von Haiming entlang des Inns durch die sogenannte „Haiminger Apfelstraße“. Zum Abschluss wird das Apfellager besichtigt und Äpfel, Säfte und Brände verkostet. Termine 2018: 20. und 27. September, 4. und 11. Oktober jeweils um 9.30 Uhr; Anmeldung notwendig beim Infopoint Ötztal (+43.57200 800, haiming@oetztal.com)

Lechtaler Naturmilchkäse


Naturkäserei Sojer in Steeg im Lechtal, © Sennerei Sojer

Bereits seit 1903 wird in der Ortschaft Steeg im Lechtal Almmilch zu Naturmilchkäse verarbeitet, seit 1955 unter der Leitung von Familie Sojer. Aus der Almmilch entsteht ein relativ weicher Käse, der durch die Kräuter eine etwas gelbliche Färbung aufweist. Sein Aroma ist dabei unglaublich intensiv und das Produkt Gesundheit pur: Die Almmilch enthält zum Beispiel doppelt so viele Omega-3-Fettsäure-Anteile als herkömmliche Milch. Die Genussroute – ob per pedes oder mit dem Fahrrad – durch das Weideland der Rinder im Lechtal und zur Käserei Sojer gibt Aufschluss über die Geheimnisse dieser ganz besonderen Käsespezialitäten. Auf jeden Fall sollte man sich am Ende der Tour in der Sennerei Sojer verwöhnen lassen und die verschiedenen Käsesorten verkosten.

Anmeldung und Infos zu Führungen in der Naturkäserei Sojer in Steeg: +43.5633.5636, info@kaesereisojer.at

Osttiroler Wildkräutergenuss


Kräuterwirtshaus Strumerhof in Matrei in Osttirol, © Tirol Werbung/Bert Heinzlmeier

Auf geschützten Waldlichtungen, sonnigen Böschungen und Magerwiesen im Nationalpark Hohe Tauern wachsen wahre Pflanzenschätze wie die gelbe Schafgarbe, die heilend auf Blutdruck, Niere und Haut wirkt, oder das typische Frauenkraut Quendel, auch wilder Thymian genannt. Im Kräuterwirtshaus Strumerhof in Matrei in Osttirol entführen die Besitzer in die Welt dieser pflanzlichen Magie. Beim gemeinsamen Rundgang durch die Kräuterausstellung auf dem 500 Jahre alten Hof erzählen sie über Vorkommen und Wirkung „ ihrer Krautlen“. Als krönenden Abschluss sollte man sich ein Kräuter-Festtagsmenü mit Unkrautsuppe, Brennnesselknödel, Wiesenlasagne oder Lamm im Bergheu auf keinen Fall entgehen lassen.

Der Strumerhof ist von Ende Juni bis Ende September 2018 immer freitags und samstags ganztägig und sonntags bis 15 Uhr geöffnet. 

Paznauner Almkäse


Paznauner Almkäse, © TVB Paznaun-Ischgl

Die hochalpine Milchproduktion kombiniert mit dem seit vielen Generationen überlieferten Senner-Handwerk ergibt den speziellen und mehrfach ausgezeichneten Paznauner Almkäse. Durch die alpine Kräutervielfalt, die die Tiere den Sommer über genießen können, erhält der Käse seinen charakteristischen Geschmack. Der abwechslungsreichste und informativste Weg, die Zutaten und Produktionsbedingungen dieser Spezialität kennenzulernen, ist eine Wanderung in die verschiedenen Almgebiete im Paznaun. Der Paznauner Almkäse ist in Gasthöfen, auf Märkten und bei Landwirten im Paznaun erhältlich.

In der Sommersaison 2018 verrät der Senner der Alpe Dias (Almdorf oberhalb der Bergstation in Kappl) jeden Donnerstag und Freitag auf der Genussroute Paznauner Almkäse Geheimnisse über die hohe Kunst des Käsemachens. Eine Verkostung der Produkte darf natürlich nicht fehlen. Anmeldung beim Tourismusverband bis zum Vortag notwendig: +43.50990.100, info@paznaun-ischgl.com

Zusätzlich zum Wochenprogramm findet alljährlich im August in Ischgl ein großer Markttag zur Genussregion Paznauner Almkäse statt. Termin 2018: 25. August

Quellkeimlinge


Quellkeimlinge, © Archiv TVB TirolWest, Daniel Zangerl

Zartes Grün, das aus einzelnen Körnern keimt, ist bekannt als „Sprossen“. Die Inhaltsstoffe von Sprossen sind für die Ernährung besonders wertvoll: Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe bereichern den Speiseplan. Sprossen von 13 Pflanzenarten werden in Landeck in „Tonis Sprossengarten“ produziert. Sprossengärtnerin Maria Pircher erklärt auf dieser Genusswanderung den Weg vom Korn zum ersten Blattgrün. Besucher sehen Samen, Keimlinge in verschiedenen Reifestadien und fertige Sprossen sowie die lichtdurchlässige Sprossenmaschine direkt am Produktionsort in Landeck.

Im August finden jede Mittwoch geführte Wanderungen entlang der Genussroute statt. Anmeldung am Vortag notwendig: www.tirolwest.at

Stanzer Zwetschke


Schnapsverkostung in Stanz, © Archiv TVB TirolWest/Othmar Senn

Die Obstgärten oberhalb von Landeck auf rund 1.000 Höhenmetern sind eine Besonderheit: Stanz, Grins und Pians zählen zu den höchstgelegensten Obstanbaugebieten Europas. Die geschützte sonnige Lage, das trockene und warme Klima, geschickte Bewässerung und der Fleiß der Einheimischen ließen in Stanz ein Zwetschkenparadies entstehen. Der würzige Geschmack der Stanzer Zwetschke begeistert ebenso wie die verarbeiteten Produkte. Edelbrände, Liköre, Marmeladen sowie saftige Kuchen und Knödel werden aus dem Obst hergestellt. Die Genusstour startet beim Dorfbrunnen Grins und führt hinauf zur „Ruine Schrofenstein“ und weiter nach Stanz. Bei einer Führung durch eine Destillerie schaut man den Schnapsbrennern über die Schulter und erfährt wertvolle Informationen und unterhaltsame Geschichten von den Brennern. Eine Schnapsverkostung darf natürlich nicht fehlen.

Von Mai bis Oktober finden jeden Freitag geführte Wanderungen entlang der Genussroute statt. Anmeldung am Vortag notwendig: www.tirolwest.at

Stubaier Almkräuter


Ob als Heil- oder Genusspflanzen – das Wissen um die Wirkung und Verarbeitung der Almkräuter ist in Tirol seit Jahrhunderten überliefert. Auch die Wirtin der Auffangalm, Sandra Schönherr, weiß als gelernte Kräuterpädagogin alles über die wohltuenden Kräuter der Region. Einige davon baut sie selbst an und verarbeitet sie zu köstlichen Kräutergerichten. Im Rahmen ihrer Kräuterwerkstatt führt sie zu den Kräuterplätzen auf der Alm. Anschließend werden wohltuende Öle, verführerischer Honig oder würziger Kräuteressig unter ihrer Anleitung zubereitet.

Entlang dieser Genussroute gibt es keine Führung. Eine detaillierte Streckenbeschreibung finden Sie hier: www.stubai.at

Stubaier Jungrind


Stubaier Jungrind, © Tirol Werbung/Maren Krings

Der Almspaziergang über die Gleinser Mähder und durch die Waldgebiete in Mieders verbindet dreierlei Hochgenüsse: den duftenden Blütenteppich, der diesen Landstrich überzieht, die herrliche Aussicht über das Stubaital, Inntal und Wipptal, und den Höhepunkt für Feinschmecker – Tiroler Schmankerln vom Jungrind. Das Geheimnis der hervorragenden Fleischqualität und des einzigartigen Geschmackes des Stubaier Jungrindes liegt in der natürlichen Haltung und in der Fütterung: Die Jungtiere, die bis zu ihrem 10. Lebensmonat bei der Mutter bleiben, ernähren sich ab der Geburt vorwiegend von Muttermilch, später kommen die natürlich gewachsenen Gräser und Kräuter der Almen dazu. Das Fleisch der Jungtiere ist deshalb besonders zart, feinfaserig und fettarm, Gourmets schwärmen vom feinen Aroma des „Beef Natur“.

Entlang dieser Genussroute gibt es keine Führung. Eine detaillierte Streckenbeschreibung finden Sie hier: www.stubai.at. Tipp: beim Gleinserhof ein hausgemachtes Gulasch vom Stubaier Jungrind genießen.

Tiroler Alpenkräuter


Genussroute Tiroler Bergkräuter mit der „Zammer Kräuterhex“ Michaela Thöni-Kohler, © TVB TirolWest
Zammer Kräuterstadl in Zams, © TVB TirolWest

Ihre besondere Lage macht die Gegend rund um Zams zu einem Eldorado für Kräuterfreunde. Die „Zammer Kräuterhex“ Michaela Thöni-Kohler führt Interessierte in einer rund 2-stündigen, leichten Wanderung entlang der Genussroute „Tiroler Alpenkräuter“ durch Zams und zeigt, was man am Wegesrand und auf den Wiesen für besondere Kräuter finden kann. Die Route führt je nach Saison zu jenen Gewächsen, die gerade bereit zum Pflücken sind. Die Pflanzen werden gesammelt, Arten bestimmt und anschließend im Zammer Kräuterstadl zu Kräutersalz, Gelee oder Tee verarbeitet verarbeitet. Anschließend gibt es noch eine Verkostung, in der die Teilnehmer in den Genuss von Naturprodukten aus der Region kommen.

Im Mai, Juni, Juli und September finden jeden Mittwoch geführte Wanderungen entlang der Genussroute statt. Anmeldung am Vortag notwendig: www.tirolwest.at

„Tiroler Edle“-Schokolade


„Tiroler Edle“-Chocolatier Hansjörg Haag, © alpinadruck

Auf den steilen Almhängen des Aussichtsberges Venet verbringt das Tiroler Grauvieh seine Sommerfrische. Die Höhenlage, die frische Luft und die würzigen Kräuter verleihen auch der Grauvieh-Milch ihre besondere Note. Eine Note, die sich im süßen Schokoladengenuss der „Tiroler Edle“ entfaltet. Die Milch und der Frischrahm vom Tiroler Grauvieh sind neben der Kakaobohne nämlich der Hauptbestandteil dieser europaweit einzigartigen Schöpfung von Chocolatier Hansjörg Haag. Die Genussroute gibt einen Einblick in die Lebenswelt des Grauviehs am Venet, erlaubt einen Blick hinter die Kulissen der Gogles-Schausennerei und führt schließlich nach Landeck: zur Verkostung der exquisiten „Tiroler Edle“-Schokolade.

Geführte Wanderungen entlang der Genussroute finden während der Betriebszeiten der Venetbahn jeden Dienstag statt. Anmeldung am Vortag notwendig: www.tirolwest.at

Wildschönauer Krautinger


Wildschönauer Krautingerrübe, © Wildschönau Tourismus

Kaiserin Maria Theresia verdanken die Wildschönauer das alleinige Recht, aus der weißen Stoppelrübe Schnaps zu brennen. Waren es ursprünglich 51 Wildschönauer Bauern, denen das Recht zum „Krautingerbrennen“ zugestanden war, destillieren heute noch 15 Landwirte der Region den „Krautingerschnaps“. Das hochprozentige Extrakt gilt als Spezialität für Kenner, als „Wundermittel“ oder „Medizin“. Die kurze Genuss-Wanderung entlang des Franziskusweges führt zum Steinerhof der Familie Thaler. Dort kann man einen Blick auf die Rübenfelder werfen, den Schnaps verkosten und sich über die Herstellung informieren.

Nach Voranmeldung (+43.5339.2117, steinerhof@utanet.at) führt Hausherr Josef Thaler durch die Produktionsräume mit den Destillieranlagen und erläutert die Vorarbeiten von der Ernte bis zur Maische. Eine detaillierte Streckenbeschreibung der Route finden Sie hier: www.wildschoenau.com

Zillertal Heumilchkäse


ErlebnisSennerei Zillertal, © Sennerei Zillertal

Täglich wird von 380 Almen und Bergbauernhöfen frische Heumilch in die ErlebnisSennerei Zillertal geliefert. Dort wird sie von Fachleuten zum ausgezeichneten Zillertaler Heumilchkäse verarbeitet. Die Genussroute führt zuerst durch die Futterwiesen hinauf zu den Bergmähdern: Diese steilen Hochgebirgswiesen werden nicht beweidet, sondern meist von Hand gemäht und liefern das hochwertige Bergheu. Nach der Wanderung darf ein Besuch in der ErlebnisSennerei natürlich nicht fehlen. Von einer verglasten Empore aus blickt man hinunter in die Produktionsräume und beobachtet die einzelnen Arbeitsschritte, acht Verkostungsstationen laden zum genussvollen Löffeln ein.

Die ErlebnisSennerei Zillertal ist täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

 

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