Kaiserklamm in Brandenberg, © Tirol Werbung/Frank Bauer
© Kaiserklamm in Brandenberg, © Tirol Werbung/Frank Bauer

Sprühend und mystisch: Tirols schönste Klammen


Wo sich das Wasser seit vielen Hunderten Jahren seinen Weg vom Berg ins Tal bahnt, zeigt sich die Natur abenteuerlich, sprühend und mystisch – Tirols schönste Klammen.

Wasser ist stärker als Stein: Wo sich Bäche seit Jahrhunderten einen Weg vom Berg ins Tal bahnen, frästen sich vielerorts Schluchten und Klammen in den Fels. Dabei entstanden Durchbrüche, Tobel, Gumpen und Wasserfälle. Früher wurde die Kraft der Schluchtbäche oft zur Holztrift genützt, heute sind viele von Tirols Schluchten und Klammen beliebte Ausflugsziele, gut begehbar über Steige, gezimmerte Stege und Stufen. Trittsicherheit ist dennoch gefordert, denn die aufsteigende Gischt macht die Wege oft rutschig.

Es lohnt sich, immer wieder stehen zu bleiben, zu schauen und zu staunen: Die Aussichten und überraschenden Einblicke in den Schluchten sind grandios, nirgends sonst zeigt sich die Natur so abenteuerlich, sprühend und mystisch!


1 · Galitzenklamm


Galitzenklamm in der Nähe von Lienz, © Tirol Werbung/Bernd Uhlig

Am Drauradweg, nur wenige Minuten von Lienz in Osttirol entfernt, erleben Besucher in der Galitzenklamm spektakuläre Wasserschauspiele. Eine Weg- und Steganlage, die direkt an den Felswänden verläuft, ermöglicht faszinierende Einblicke auf die Urgewalt des tosenden Galitzenbaches und seiner schäumenden Wasserfälle. Ein Wasserspielpark mit Labyrinth und Seilfähre, ein Waldseilpark, Klettersteige unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und eine Steinkugelmühle machen die Galitzenklamm zu einem beliebten Ausflugsziel für Familien.

Der von hohen Felswänden gerahmte Eingang der Klamm befindet sich kurz nach dem Ort Leisach (von Lienz kommend in Richtung Pustertal). Öffnungszeiten Mai bis Oktober.

2 · Gleirschklamm


Gleirschklamm südöstlich von Scharnitz, © Olympiaregion Seefeld

Im Gleirschtal, südöstlich von Scharnitz, bahnt sich der Gleirschbach seinen Weg durch wildromantische Felsfluchten und gestaltet eine der schönsten Klammen im Karwendel. Vom 16. bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurde hier Holz getriftet. Seilgesicherte Steige und Holzstege, die Trittsicherheit verlangen, führen in rund 45 Minuten durch die Schlucht, vorbei an Wasserfällen, Steintunnels und türkisblauen Gumpen. Aufmerksamkeit verdienen auch die kleinen Naturwunder, zum Beispiel brütende Wasseramseln, die in den Felsen ihre Nester gebaut haben.  

Von Scharnitz aus gelangt man über den Isarsteig, vorbei an der Scharnitzer Alm, über den Nederweg zum Einstieg in die Gleirschklamm. Im Sommer täglich geöffnet, im Winter geschlossen.

3 · Grießbachklamm


Grießbachklamm in Kirchdorf/Erpfendorf, © Tirol Werbung/Monika Höfler

Die Grießbachklamm zählt zu den schönsten Ausflugszielen in der Region um Kirchdorf und Erpfendorf. Wer die etwa 25 Meter lange Hängebrücke passiert, hat gewiss keinen Durchhänger. Sie führt in 4 Meter Höhe über das Bachbett, danach folgen Holzstege, schmale Steige, Brunnen, Bänke und eine weitere Hängebrücke. Die neuen Steganlagen haben bachseitig kein Geländer: Es heißt also achtsam bleiben beim Bewundern der Wasserspiele und Felsformationen. Nach rund einer Dreiviertelstunde Gehzeit öffnet sich die Klamm. Hier erfreuen ein Spiel- und Rastplatz, Slacklines und ein Barfußweg die Besucher.

Der gebührenfreie Klammparkplatz befindet sich kurz nach Erpfendorf (1 km ab Kreuzung Richtung Kössen/Waidring).Von hier geht es gut beschildert zum Eingang der Klamm. Frühjahr bis Herbst (je nach Witterung) täglich geöffnet.

4 · Hölltalschlucht


Hölltalschlucht im Lechtal, © Tirol Werbung

In Bschlabs im Lechtal führt der Weg der Sinne von der Wallfahrtskirche Maria Schnee zur sehenswerten Hölltalschlucht. Sie ist durchschnittlich 40 Meter tief, an der engsten Stelle aber nur 45 Zentimeter breit. Der eindrucksvolle, mit Wanderschuhen leicht begehbare Pfad, wurde mit Kunstwerken von einheimischen Künstlern gestaltet. Sie haben Skulpturen aus Holz und Edelstahl entworfen, die mit der Geschichte des Tales in enger Verbindung stehen. Nach der Hängebrücke öffnet sich hinter einem Felsen ein ganz besonderer Platz: Er überrascht mit vollkommener Stille! 

Der rund einstündige Weg beginnt bei der Wallfahrtskirche Maria Schnee in Bschlabs. Im Sommer an keine Öffnungszeiten gebunden.

5 · Kaiserklamm


Kaiserklamm in Brandenberg, © Tirol Werbung/Frank Bauer

Ein grandioses Naturschauspiel bietet die Kaiserklamm bei Brandenberg. Sie wird durchflossen von der Brandenberger Ache, die sich als gewaltige Felsbildhauerin beweist und tollkühne Herausforderungen für Kajakfahrer und Wildwassersportler bereit hält. Für Wanderer führt ein schmaler, felsiger, aber gut gesicherter Weg einen Kilometer durch eine enge Schlucht mit Brücken und Steintunnel. Anschließend wird die Ache breiter, die Landschaft lieblicher und viele schöne Plätze laden zum Rasten und Genießen ein.

Rund 10 Kilometer von Brandenberg entfernt, nördlichch vom Gasthaus Kaiserhaus beginnt die Kaiserklamm (Gehzeit: rund 30 Minuten). An starken Regentagen sowie von November bis April ist die Klamm aus Sicherheitsgründen gesperrt.

6 · Kundler Klamm


Kundler Klamm zwischen Wörgl und der Wildschönau, © Tirol Werbung/Alexander Ziegler

Zwischen Kundl und dem romantischen Wildschönauer Mühltal erstreckt sich die Kundler Klamm. Bereits der Eingang ist sehenswert: Eine im Holzfachwerkbau errichtete Brücke führt zu beeindruckenden Felsformationen entlang der Wildschönauer Ache. Hobbygeologen finden hier interessante Monolithen unterschiedlicher Gesteinsarten. So übermütig die Ache, so sanft der Weg, der rund eine Stunde Gehzeit erfordert und sogar kinderwagentauglich ist. Die Strecke vom Ende der Schlucht bis nach Mühltal kann auch bequem mit dem Bummelzug zurück gelegt werden.

Gratisparkplatz bei der Kundler Klamm, die bei der markanten Holzbrücke beginnt. Der Bummelzug verkehrt vom 1. Mai bis 26. Oktober mehrmals täglich. 

7 · Leutascher Geisterklamm


Leutascher Geisterklamm, © Olympiaregion Seefeld

Der Klammgeist der Leutascher Geisterklamm bewohnt mit seinen Kobolden die Höllenwasser, Geistergumpen und Hexenkessel der tosenden Leutascher Ache. Die Besucher bekommen dennoch kein klammes Gefühl. Dieser Geist ist nämlich gar nicht dreist und erzählt auf Schautafeln interessante Details über sein geheimnisvolles Reich. Ein bisschen Mut braucht es allerdings für den Weg: Kühn verlaufende Stahlsteige führen zu herrlichen Ausblicken auf tosende Sprudel, rauschende Kaskaden und bizarre Felswände. Der Blick reicht dabei bis zu 75 Meter in die Tiefe.

Drei Wege führen durch das Reich des Klammgeistes: der Klammgeistweg (3 Kilometer), der Koboldpfad (1,9 Kilometer) und der Wasserfallsteig (500 Meter). Der Klammgeistweg steigt vom Parkplatz im Leutascher Ortsteil Schanz bzw. vom alten Zollamt Leutasch aus nach 600 Metern in die Klamm, Gehzeit rund 1,5 Stunden. Von Frühling bis Herbst begehbar, im Winter geschlossen.

8 · Radurschlklamm


Radurschlklamm bei Pfunds, © TVB Tiroler Oberland

Überhängende Felswände, rauschende Wasserfälle und eine interessante Alpenflora mit seltenen Gräsern und Farnen bekommen Wanderer in der Radurschlschlucht bei Pfunds zu sehen. Der einfach begehbare Weg führt über kleine Holzbrücken, eine Hängebrücke und bestens ausgebaute Steige an den schäumenden Gischt- und Wasserspielen des Radurschlbaches entlang. Die Schlucht-Wanderung bietet besonders an heißen Tagen erfrischende Abwechslung. Vom Tourismusverband Pfunds werden Führungen durch dieses einstige Jagdgebiet von Kaiser Maximilian I. angeboten.

Der Weg beginnt im Pfundser Ortsteil Stampfau. Der Klammsteig verläuft hier am Maschinenhaus vorbei bis zu einem Wasserfall. Hinter der Brücke rechts liegt der Einstieg in die Radurschlklamm. Nur in den Sommermonaten begehbar.

9 · Rosengartenschlucht


Rosengartenschlucht Imst, © Imst Tourismus

Nur einen „Katzensprung“ vom Imster Stadtzentrum entfernt beginnt die malerische Rosengartenschlucht, durch die sich über 1,5 Kilometer der Schinderbach von der Blauen Grotte bis zur Johanneskirche gräbt. Das Naturjuwel, eines der wertvollsten Biotope Tirols, wartet nicht mit Rosen auf, sondern mit seltenen Farnen und Moosen sowie mit Jahrmillionen alten, geologisch interessanten Gesteinen. Ein gut gesicherter Bergsteig mit Brücken führt hautnah am Fels durch die Schlucht. Der Tourismusverband Imst organisiert hier regelmäßig geologisch-botanische Rundwanderungen.

Der Einstieg zur Schlucht liegt mitten im Zentrum von Imst. Offen von Frühling bis Herbst, im Winter nicht begehbar.

10 · Schnanner Klamm


Schnanner Klamm am Arlberg, © TVB St. Anton am Arlberg

Wandern oder klettern? In der Schnanner Klamm kann man beides. Sie hat eine Boulder-Ecke und 42 Kletterrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden vorzuweisen. Zudem ist sie mit ihrem übermütigen Wildbach, der über steile Felsen und zwei mächtige Staumauern zu Tal donnert, eines der schönsten Naturdenkmäler im Arlberggebiet. Der gut ausgebaute, teilweise mit Seilen versicherte und Trittsicherheit erfordernde Steig führt an sehenswerten Felsformationen und hübschen Wasserfällen vorbei. Auf der Route sind teilweise Eisenstege verlegt, die das Vorankommen erleichtern.

Einstieg im Norden von Schnann am Arlberg. Begehbar von Mai bis Ende Oktober.

11 · Tiefenbachklamm


Tiefenbachklamm zwischen Kramsach und Brandenberg, © Alpbachtal Seenland Tourismus

Über einen ehemaligen, gut gesicherten Triftsteig erkunden Besucher die spektakuläre Tiefenbachklamm zwischen Kramsach und Brandenberg. Sie genießen dabei ein einmaliges Naturerlebnis, in dessen Mittelpunkt die Brandenberger Ache steht. Zwischen bizarren Felsen bahnt sie sich ihren engen Weg, während die Wanderer auf einer Aussichtsplattform der schäumenden Gischt zusehen und bei Gelegenheit Kajakfahrer beobachten. Nach rund 4 faszinierenden Schlucht-Kilometern und einer Stunde Gehzeit öffnet sich das Tal zu einer Wiese und zu mehreren Einkehrmöglichkeiten.

Einstieg auf der Aschauer Straße. An starken Regentagen sowie von November bis April ist die Klamm aus Sicherheitsgründen gesperrt.

12 · Wolfsklamm


Wolfsklamm bei Stans im Karwendel, © Tirol Werbung/Bernhard Aichner

Holzbrücken, Stege, Leitern und 354 Holzstufen führen durch die wildromantische Wolfsklamm vorbei an Felsengebirge, Wasserfällen und Gumpen mit smaragdgrünem Wasser. Auf hübschen Verweilplätzen können die Wanderer den sprudelnden Erzählungen des Stanserbaches lauschen und sich vom erfrischenden Sprühregen der Gischt erfrischen lassen. Im Anschluss an die Klamm führt ein Pilgerweg weiter zum Felsenkloster und ehemaligen Einsiedelei St. Georgenberg, dem ältesten Wallfahrtsort Tirols. Hier befindet man sich bereits im Naturpark Karwendel.

Von Stans in nördlicher Richtung entlang des Stanserbaches bis kurz vor einen Schießstand. Hier rechts durch Wald zum eigentlichen Anfang der Wolfsklamm, den man nach etwa 25 Minuten erreicht. Gehzeit von Stans bis St. Georgenberg rund 1,5 Stunden.

13 · Zammer Lochputz


Zammer Lochputz, © Archiv TVB TirolWest, Günter Standl

Eine alte Schmiede, Stollen, Steige im Fels und eine Höhle im Berg: Wer sich in das Abenteuer „Zammer Lochputz“ in der Lötzklamm bei Zams begibt, findet viele fantasieanregende, mystische Details auf dem Weg. Schließlich trifft man auf den steinernen Stier, den Zammer Lochputz, der den Kopf einer Nymphe betrachtet. Sprühender Höhepunkt ist der 30 Meter hohe Lötzer-Wasserfall, umgeben von einer urtümlichen Naturlandschaft. Alles zu besichtigen auf einer 620 Meter langen Steiganlage, die spektakuläre Aussichten auf tosende Wassermassen und kühn geschliffene Felsen eröffnet.

Einstieg in Lötz bei Zams, Öffnungszeiten 1. Mai bis Ende Oktober, Führungen jeweils am Montag; im Juli und August jeden Mittwoch Abendführungen. Im Winter geschlossen, aber geführte Wanderungen möglich.

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