Großer Nervenkitzel, weite Aussichten und unvergessliche Gipfelmomente: Die Big 3 Weitwanderung auf Tirols Hochplateau führt geübte Bergsteiger in drei Tagen mit leichtem Gepäck auf die markantesten Gipfel der Region – fordernd, intensiv und voller alpiner Belohnungen.
Die empfohlene Reihenfolge für die Big 3 Weitwanderung lautet Gehrenspitze – Hohe Munde – Reither Spitze. Ihr wärmt euch mit der „leichtesten“ Tour auf, bezwingt am zweiten Tag den härtesten Berg des Trios und lasst euch die einzige abkürzbare Tour für den letzten Tag übrig, falls euch die Kräfte verlassen sollten. Aber natürlich kann die Reihenfolge auch ganz individuell nach Wetter und Geschmack ausgesucht werden.
1. Die Gehrenspitze – der Geheimtipp im Wettersteingebirge
Von der Nordseite wirkt die Gehrenspitze beinahe unbezwingbar: steil, schroff, abweisend. Doch wer den richtigen Zugang kennt, entdeckt eine spektakuläre, aber durchaus machbare Tour – ein echter Geheimtipp, selbst für viele Tiroler. Der Aufstieg führt durch ein Wechselspiel aus sanften Wiesen und felsigem Gelände. Er ist begleitet vom Klang der Schafsglocken und den neugierigen Blicken unzähliger Gämsen, während am benachbarten Schüsselkar Kletterer ihre Linien suchen. Diese Mischung aus Ursprünglichkeit, Tierwelt und alpiner Dramatik macht den Reiz der Gehrenspitze aus. Wenig bekannt außerhalb der Leutasch, bietet sie ein besonderes Gipfelerlebnis – still, ursprünglich und voller Überraschungen – besonders wenn beim Abstieg köstliche Alm-Kulinarik auf müde Bergsteiger wartet.
2. Die Hohe Munde – die Grande Dame in der Mieminger Kette
Ein Berg, der jedes Herz in der Region berührt, ist die „Hohe Munde“. Auch als Grande Dame der Alpen bekannt, prägt dieser Doppelgipfel das Tiroler Oberland wie kein anderer. Fast von überall sichtbar macht die markante Form und die schiere Präsenz der Munde schon vom Tal aus andächtig. Diese Schönheit zu bewandern, ist ein echtes Privileg, aber gewiss auch eine große Herausforderung. Was in kühlen Wäldern beginnt, führt bald steil bergauf durch die Latschen, bevor man den letzten Anstieg bis zur ersten Spitze wagt. Übergesetzt auf die zweite Spitze geht es nach kurzer Seilversicherung hinunter ins Almparadies Gaistal, wo die kulinarische Belohnung wartet.
3. Reither Spitze – der Klassiker im Karwendelgebirge
Die Reither Spitze ist ein absoluter Klassiker der Region. Da wäre die grandiose Sicht über Seefeld, die Zugehörigkeit zum legendären Karwendel Höhenweg und mindestens gleich legendär: Der Kaiserschmarrn auf der Nördlinger Hütte knapp unter dem Gipfel. Hier handelt es sich im eine echte Genießertour für alle, die genug Schmalz mitbringen. Kondition ist definitiv gefragt, doch keine Sorge, kein Schweißtropfen ist umsonst. Die Landschaft hier oben kommt direkt aus dem Bilderbuch und auch der Aufstieg selbst ist sehr abwechslungsreich. Nach dem ersten Gipfel kommt die Überschreitung hinüber zur Seefelder Spitze und wieder zurück ins Tal. So viel sei an dieser Stelle gesagt: Nicht umsonst trägt ein Teil des Weges den Titel „Königstour“.
Wenn die Beine vom Vortag schon schwer sind oder das Wetter nicht ganz perfekt mitspielt, lässt sich diese Tour bequem abkürzen – dazu mehr in der Tourenbeschreibung. Trittsicherheit und alpine Erfahrung sind in jedem Fall Pflicht – egal für welche Variante man sich entscheidet.