Diese Zweitageswanderung verbindet geschickt zwei Tourenklassiker im sanften Gelände mit Blick auf die Wildheit der Zillertaler Alpen. Ausgesprochene Puristen, die sich den Weg auf das Kolmhaus "by fair means" erarbeiten, werden diese Tour lieben. Auch Genießer, die es gemütlich angehen und sich den Aufstieg am ersten Tag mit ausgedehnten Pausen gut einteilen, kommen bei dieser Tour voll auf ihre Kosten. Wer die Brandberger Bergmähder, eine faszinierende Kulturlandschaft, zur rechten Zeit durchwandert, der wird von einer bunten Blumenpracht verzaubert.
Unsere Wanderung beginnt am Bahnhof in Mayrhofen. Wir gehen gemütlich zum Europahaus und dann weiter Richtung Osten auf die Dursterstraße und zweigen im Anschluss nach rechts auf die Sportplatzstraße ab. Diese gehen wir bis zum Ende und verlassen nach dem letzten Haus den asphaltierten Fahrweg. Wir tauchen in den Scheulingwald ein, der dank seiner Unterschutzstellung trotz der Nähe zum Ortszentrum einen naturnahen Charakter bewahrt hat. Man findet neben der Fichte als Hauptbestandsart noch Bergahorn, Holunder und da und dort auch Tannen, Buchen und Kiefern sowie aufgeforstete Linden. Wer Glück hat, der erspäht sogar eine Haubenmeise oder unseren kleinsten heimischen Singvogel, das Wintergoldhähnchen. Unser Weg führt uns vorbei am Friedhof und dem Waldspielplatz, bis wir auf den Kreuzweg treffen, der sich zügig bergwärts schlängelt. Immer wieder ergeben sich aussichtsreiche Blicke hinab auf Mayrhofen. Spätestens an der denkmalgeschützten Brandberger Kapelle lädt uns der Ausblick zum Verweilen ein. Der Weg führt uns weiter über das sogenannte Brandberger Eck mit seinen unzähligen Serpentinen auf eine Anhöhe im Wald. Kurz darauf verlassen wir den Wald, setzen unseren Fuß auf die zauberhaften Wiesen und erblicken das Gasthaus Steinerkogl (1.263 m) über uns am Horizont, das wir über die steile Weide in wenigen Minuten erreichen. Man sollte auf keinen Fall die Einkehr auf der Sonnenterasse verpassen, die einen grandiosen Blick auf weite Teile der Zillertaler und Tuxer Alpen beschert. Nach der wohlverdienten Einkehr geht es in südöstlicher Richtung zum Weiler Stein und kurz weiter auf dem Weg Nr. 50. Auf etwa 1.370 m, kurz bevor man in den Wald kommt, trifft man auf eine Weggabelung.
Wir nehmen den Waldweg (Nr. 513 a) und lassen den Panoramaweg sowie den Weg, der nach rechts abzweigt, hinter uns und wenden uns dem sanft ansteigenden Wanderweg Richtung Kolmhaus zu. Der Weg ist von Wurzeln überwachsen und sollte bei Nässe vermieden werden. Bei einigen Stellen ist Vorsicht geboten, da das Gelände neben dem Weg zum Teil sehr steil abfällt. Bei ca. 1.700 m verlassen wir den dichten Waldgürtel und stoßen bald darauf auf den Bergmähderweg. Dieser führt uns durch ausgedehnte offene Wiesenflächen, die im scharfen Kontrast zu der sich vor uns aufbauenden Felskulisse stehen. Auf dem letzten Stück unseres Weges begleiten uns saftige Bergwiesen, die sich zur richtigen Jahreszeit mit ihrer vielfältigen Blumenpracht präsentieren. Diese botanische Vielfalt lädt uns immer wieder zum Stehenbleiben ein und der letzte Anstieg bis zum bereits gut sichtbaren Schutzhaus (1.845 m) vergeht wie im Nu.
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