Wandern auf der Hohen Salve, © Tirol Werbung/Jens Schwarz
© Wandern auf der Hohen Salve, © Tirol Werbung/Jens Schwarz

10 Tipps für einen Sommerurlaub in Tirol


Was tun im Sommer in Tirol? Wandern? Mountainbiken? Klettern? Die bessere Frage ist doch: Wo anfangen bei den schier unendlichen Möglichkeiten, in den Bergen eine richtig gute Zeit zu verbringen?

Von welcher Himmelsrichtung und mit welcher Interessenslage man sich Tirol auch nähert: Die machtvolle Bergwelt ist allgegenwärtig und bietet eine einzigartige Fülle von Aktivitäten in einer einzigartigen Natur – zehn Antworten für ehrgeizige Sportler, für Familien mit Kindern und für Neugierige auf der Suche nach dem Besonderen.


1 · Von aller Last befreit: Weitwandern am Osttiroler Adlerweg


Adlerweg-Etappe von der Stüdlhütte zum Lucknerhaus, © Tirol Werbung/Frank Bauer

Dass der Tiroler Adlerweg diesen Namen trägt, hat zwei gute Gründe: Zum einen ist der majestätische Greifvogel das Tiroler Wappentier. Zum anderen zeichnen die 33 Etappen des Weitwanderweges die Silhouette eines Adlers nach, der mit weit ausgespannten Schwingen über sein Land fliegt. Eine Route des insgesamt 413 Kilometer langen Wegs führt auf neun Tagesetappen durch die Glockner- und Venedigergruppe in Osttirol, und damit zu einigen der höchsten Berge Österreichs. Was zu mehrtägigen Wanderungen unbedingt dazugehört, ist das Übernachten direkt am Berg. Das so anstrengende wie von aller Last befreiende Erlebnis des Gehens abends mit Gleichgesinnten in einer einfachen, gemütlichen Hütte mitten im Hochgebirge ausklingen zu lassen krönt die Leistung des Tages. Und den Luxus eines Hotels, den man sich vielleicht am Start- und am Endpunkt einer mehrtägigen Wanderung gönnt, weiß man dann plötzlich auf neue Weise zu schätzen.

Sämtliche Etappen des Osttiroler Adlerwegs führen über mittelschwierige (rote) und schwierige (schwarze) Bergwege. Gefragt ist also nicht nur  Kondition, sondern auch Erfahrung am Berg. Kräfte sammeln vor und nach der Weitwanderung kann man etwa im Hotel Hinteregger in Matrei und in den Appartements des Jörgnerhauses in Kals.

2 · Erwünschte Nebenwirkungen: Bergdoktorwoche am Wilden Kaiser


Bergdoktor-Dreharbeiten in Söll am Wilden Kaiser, © Susanne Sigl

Vorab einen Termin auszumachen empfiehlt sich bekanntlich bei den meisten Ärzten. Trotzdem gehören Wartezeiten, die einem umso länger vorkommen, je stärker man leidet, häufig dazu. Rechtzeitig einen Urlaub in Ellmau, Going, Scheffau oder Söll am Wilden Kaiser zu buchen, wenn man den Bergdoktor konsultieren will, ist logischerweise auch nötig. Aber gewartet und gelitten wird bei einer Bergdoktorwoche nicht. Ganz im Gegenteil: Bei einem abwechslungsreichen Programm besuchen in der Regel bestens aufgelegte Bergdoktor-Fans nicht nur die Drehorte ihrer Lieblingsserie, sondern erfahren auch viel Wissenswertes über die tatsächlich wohltuende und gesunde Umgebung, in der Hans Sigl alias Dr. Martin Gruber so erfolgreich ordiniert. Und ihm und anderen Stars der Serie einmal hautnah zu begegnen ist sowieso Balsam für die Fan-Seele.

Vom 21. bis 28. Mai 2016 findet die Bergdoktorwoche für Familien statt, vom 10. bis 17. September 2016 erstmals die BergdoktorErlebnisWoche, bei der sich jeder Gast sein eigenes Programm zusammenstellen kann. Zudem gibt es wöchentlich geführte Wanderungen zu Originalschauplätzen der Serie statt, unter anderem zum Bergdoktorhaus. Übernachten kann man dort leider nicht, dafür etwa im wunderschönen Lindenhof in Scheffau.

3 · Triassic Park Steinplatte: Für Dinos ist man nie zu erwachsen


Triassic Park Steinplatte Waidring, © Bergbahn Steinplatte

Der US-amerikanische Regisseur Steven Spielberg hat einst bekanntlich die eindrucksvolle Tierwelt des Jura für die Filmwelt als „Jurassic Park“ in Szene gesetzt. Im „Triassic Park“ auf der Steinplatte Waidring in den Kitzbüheler Alpen wandelt man auf den durchaus spektakulären Spuren von Dinosauriern, die noch ein paar Dutzend Millionen Jahre früher gelebt haben als die Vorbilder der Hollywood-Dinos. Die Trias, ein etwa 50 Millionen Jahre langer Zeitraum im Erdmittelalter, war bevölkert von allerlei Reptilien. Die Steinplatte Waidring, damals ein Korallenriff im unergründlichen Urmeer und heute das einzige Trockenriff Europas, lädt mit der Aufforderung „Rein in die Gondel und rauf in die Urzeit“ zu einem erlebnis- und gleichzeitig lehrreichen Abenteuer für Dino-Fans jeden Alters.

Der „Triassic Park“ ist von Juni bis Mitte Oktober täglich geöffnet, barrierefrei und gratis zugänglich. Bergund Talfahrt mit der qualitätszertifizierten Sommer-Bergbahn Waidring kommen mit der Kitzbüheler Alpen Sommercard, die für sämtliche Bergbahnen der Region gilt und Rabatte auf den Eintritt in zahlreiche Attraktionen bietet, am günstigsten. Im Alpengasthof Oberweissbach übernachten Urzeitforscher, die auch den Annehmlichkeiten unserer Zeit nicht abgeneigt sind.

4 · Nordkette: Abenteuerspielplatz der Innsbrucker


Nordkette Innsbruck, © Innsbruck Tourismus/Christoph Lackner

Nur knapp 20 Minuten dauert es, um direkt aus der Stadt auf mehr als 2.200 Meter Seehöhe zu gelangen. Und diese unmittelbare Verbindung einer lebhaften mittelgroßen Stadt mit den Freizeitmöglichkeiten der hochalpinen Natur ist es, was die Tiroler Landeshauptstadt ausmacht. Kein Wunder, dass die Nordkette der Innsbrucker liebster Abenteuerspielplatz ist. Mitten in der Stadt besteigt man die Hungerburgbahn, entworfen von Zaha Hadid, die auch für die Skisprungschanze im Süden verantwortlich zeichnet und Innsbruck zu einem Reiseziel für Architekturkenner gemacht hat. Generationen von Innsbruckern haben auf der Nordkette Ski fahren gelernt. Adrenalinjunkies stürzen sich auf ihren Bikes den Singletrail hinunter, andere messen sich auf dem Klettersteig mit den Gämsen, die man nicht nur im Alpenzoo aus der Nähe bewundern kann. Das gesamte Gebiet lädt zu Spaziergängen und Wanderungen jeder Dauer und Schwierigkeit ein, zahlreiche Hütten sorgen dafür, dass man nie zu lange unversorgt bleibt. Eine der bei geübten Bergwanderern beliebtesten (und nur Geübten zu empfehlenden) Touren führt über den Goetheweg zur Pfeishütte.

Benützer der Innsbrucker Nordkettenbahnen parken gratis in der City- und Congresstiefgarage bei der Talstation. Nach einem Abstecher ins Hochgebirge bietet sich an, beim Shoppen die urbanen Qualitäten Innsbrucks zu erkunden. Typisch Stadt ist auch das NALA Hotel, ein schickes, originell gestaltetes Boutiquehotel im Zentrum.

5 · Hechtsee: Der Inbegriff von Naherholung


Hechtsee bei Kufstein, © Tirol Werbung/Monika Höfler

Diese Kulisse kann kein noch so fantasievoller Bühnenbildner erfinden: Zu Füßen des Wilden Kaisers pflügt die Schwimmerin zügig durch den dunkelgrünen Hechtsee. Der durchschnittlich wohlige 24 Grad Celsius warme See im österreichisch-deutschen Grenzgebiet zwischen Kufstein und Kiefersfelden ist der Inbegriff von Naherholung: Rund um den See ziehen Läufer ihre Bahnen. Frühmorgens schaukeln wortkarge Fischer sacht in ihren Booten und hängen stundenlang ihren Gedanken nach. Und so heiß kann der Sommertag nicht sein, dass sich nicht junge Leute noch heißere Schlachten auf dem Beachvolleyball-Platz am Seeufer lieferten.

Der Hechtsee ist einer von vielen Bergseen, die im Sommer für Abkühlung sorgen. Tipp zum Übernachten: das Boutique Hotel Träumerei #8 by Auracher Löchl in Kufstein, das stolz auf eine 600-jährige Wirtshaustradition verweisen kann.

6 · E-Bike-Fahrtechniktraining: Alles, was Bergradler glücklich macht


E-Bike-Fahrtechniktraining mit Kurt Exenberger von der Bikeacademy, © Kitzbüheler Alpen@Mirja Geh-eye5

Ob E-Bike, Fatbike oder ein herkömmliches Mountainbike – in Sachen Trends im Bergradsport macht Kurt Exenberger niemand etwas vor. Der Gründer der Bikeacademy in Kirchberg weiß, wovon er redet, denn sein Leben ist ohne geländegängiges Zweirad nicht zu denken. Die Academy war vor 17 Jahren Österreichs erste Mountainbike-Schule und ist immer noch eine von nur einer Handvoll im ganzen Land. Exenberger kümmert sich mit seinem Team in der Academy hingebungsvoll um Einsteiger ebenso wie um Spitzensportler. „Unser Flaggschiff ist ganz klar das Fahrtechniktraining“, erzählt Exenberger. „In der Breite, Angebotsvielfalt und Regelmäßigkeit von Mai bis Ende September macht uns das so schnell keiner nach. Und wir haben einen Know-how-Vorsprung.“ Know-how und Fahrtechnik sind auch beim Megatrend E-Mountainbiken die entscheidenden Faktoren. Von Profis gezeigt zu bekommen, wie es geht, erhöht Genuss und Sicherheit beim Fahren mit elektronischem Antrieb enorm. Denn: „E-Bikes sind deutlich schwerer. Die schieben bei den Abfahrten viel mehr und sind deshalb schwieriger zu beherrschen.“

Die gesamte Region Kitzbüheler Alpen ist ein Hotspot für E-Biker. Kurt Exenbergers Bikeacademy gestaltet deshalb spezielle Fahrtechnikkurse für E-Mountainbiker. Eine radlerfreundliche Übernachtungsmöglichkeit bietet zum Beispiel das Gourmethotel Sportalm.

7 · Sellraintal: Das Tal der Bergsteiger


Bergsteigen im Sellraintal, © Tirol Werbung/Hans Herbig

Keine 15 Kilometer von Innsbruck entfernt biegt das Sellraintal in Richtung Südwesten ab, und doch fühlt man sich hier schnell wie in einer anderen Welt. Menschenmassen sucht man ebenso vergeblich wie große Hotel- und Liftanlagen. Kleine Weiler schmiegen sich an die steilen Bergflanken. Im Tal dominieren traditionelle Gasthäuser und der sanfte Tourismus, den die Bergsteigerdörfer Sellrain, Gries im Sellrain und St. Sigmund pflegen. Ob Lüsener Fernerkogel oder Juifenalm, ob anspruchsvolle Bergtour oder gemächliche Wanderung – das Sellrain bietet eine Fülle von klingenden Namen. Für alle Touren gilt: Sich ortskundiger Führung anzuvertrauen, ist im Gebirge nie verkehrt und gerade auch für Durchschnittswanderer bereichernd.

Die Sellrainer Bergführer Thomas Haider und Gerold Santer kennen und lieben in ihrem Tal jeden Felsbrocken. Einfach, aber gemütlich übernachtet man im Schmalzerhof in St. Sigmund.

8 · Radsportstation Hürzeler: Gute (Touren-)Führung


Mountainbiken im Zillertal, © Fonny Kiaulehn

Wer Radsport sagt, muss auch Hürzeler sagen. Der Name ist ein Synonym für Radsportferien. Stützpunkte, sogenannte Radsportstationen, finden sich in Spanien auf Mallorca, in Andalusien und auf Lanzarote – und in Mayrhofen im Zillertal. Die Station in den Tiroler Bergen wartet mit allem auf, was des Radlers Herz begehrt: top gewartete Mieträder, Werkstatt und Waschstation, Bekleidung und Accessoires, nützliche Infos. Hürzelers Spezialität aber sind geführte Touren. Einheimische Guides machen sich drei Mal wöchentlich mit ihren Gästen auf, um ihnen das Tal von seiner schönsten Seite zu zeigen. Damit sowohl Genussradler wie auch harte Wettkampftypen auf ihre Kosten kommen und sich niemand unter- oder überfordert fühlen muss, wird in unterschiedlichen Leistungsgruppen gefahren. Wer dennoch lieber allein loszieht, kann in der Radstation ein Navigationsgerät mit Tourentipps mieten.

Hürzeler schlägt sein Radzelt jedes Jahr am nördlichen Ortsrand von Mayrhofen auf. Ein Tourentipp sind die neuen Zillertaler Etappen der Bikeschaukel Tirol. Sie gelten als Königsetappen unter den insgesamt 16 Abschnitten der Mountainbike-Route mit Liftunterstützung. Für einen erholsamen Schlaf nach der anspruchsvollen Tour sorgt unter anderem das auf Mountainbiker spezialisierte Hotel Kramerwirt.

9 · „A bissl a Wilde“: Urlaub bei der Sagenschneider-Bäuerin


Kräuterbauernhof Sagenschneider’s in Ried, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer

Elisabeth Maaß ist eine resolute Frau, zu der man instinktiv Vertrauen fasst. Und sie gilt im weiten Umkreis als Kräuterfachfrau. Wer den Sagenschneider Hof in Ried im Oberinntal betritt, taucht in die geheimnisvolle Welt der vielfältigsten Gerüche, Geschmäcker und Wirkstoffe aus der Natur ein. Lisi (60) traut Kräutern fast alles zu und misstraut exotischen Heilsversprechen. „Ich brauch’ keine chinesischen Wunderkräuter“, sagt Lisi bestimmt. „Die chinesischen Kräuter tun bestimmt den Chinesen gut. Was bei mir ums Haus wächst, tut meiner Familie und mir gut – seelisch, geistig und körperlich.“ In Form von Tees, Bädern, Salben usw. lässt die Bäuerin die Segnungen der Kräuter auch Pensionsgästen und Hilfesuchenden zukommen, die den Weg auf ihren Hof finden. Aber: „Schon meine Mama hat gesagt: ,Mit Kräutern macht man kein Geschäft.‘ Ich verschenke alles, und zwar mit Liebe.“ Besonders am Herzen liegen der Bäuerin die Wildkräuter: „Die leben frei und wild, entwickeln eine ungeheure Lebenskraft und Zuversicht. Ich bin ja selber auch a bissl a Wilde, das geb’ ich gern zu.“

Elisabeth Maaß’ Kräuterbauernhof Sagenschneiders in Ried im Oberinntal ist einer von mehreren Themenhöfen, die von der Vereinigung „Urlaub am Bauernhof“ zertifiziert sind.

10 · Kinder kraxeln cleverer: Familienklettern im Ötztal


Familienklettergarten Oberried in Längenfeld, © Tirol Werbung/Robert Pupeter

Das Wichtigste beim Klettern mit Kindern? Spiel statt Leistungsdruck! Nicole Schwaiger, Sportkletterlehrerin und Mutter zweier Kinder, betont: „Bloß nüchtern etwas zu erklären und Technik zu pauken geht beim einen Ohr hinein und beim anderen wieder hinaus.“ Das Ötztal ist in puncto Angebot und Qualität das Tiroler Kletterparadies schlechthin – unter anderem wegen der schier unendlichen Gelegenheiten zum Spielen. Dabei lernen Kinder wie von selbst den Unterschied zwischen Treten und Steigen, wie Knoten gehen ... Bouldern, also Klettern ohne Seil und Gurt an Wänden in Absprunghöhe, können Kinder schon ab vier Jahren, denn: „Die Technik, die man später mühsam wieder lernen muss, ist bei Kindern noch instinktiv da.“ Die Fähigkeit, Sicherungsverantwortung zu übernehmen, entwickeln Kinder frühestens ab sechs. Schwaiger weiß genau, warum sie auch ihre eigenen Kinder, drei und fünf, bereits ans Klettern heranführt: „Bei keiner anderen Sportart muss ich mich so sehr mit mir selbst auseinandersetzen und konzentrieren. Da hat einfach nichts anderes mehr Platz im Kopf.“

Oberried, Engelswand und der Klettergarten Oetz – das sind Nicole Schwaigers wärmste Empfehlungen für kletternde Kinder. Hier finden Sie weitere Routen und Familienklettergärten in ganz Tirol. Eine idyllische Übernachtungsmöglichkeit nahe an der Natur bietet das als Dorf konzipierte Nature Resort in Oetz.

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