Bergtour Der Rote Zwilling über dem Pfitscher Joch

Finkenberg, Zillertal / Zillertaler Alpen
Schwierigkeitsgrad: mittelschwierig
Streckenlänge: 18,2 km
Dauer: 6:00 h

Die Rotbachlspitze ist einer der aussichtreichsten Gipfel der Zillertaler Alpen. Sie eröffnet ein tolles Panorama auf die Eisriesen wie Hochferner, Weißspitze, Schrammacher und Olperer.

Toureninformation

  • Anforderung: mittelschwierig
  • Länge: 18,2 km
  • Dauer: 6:00 h
  • Höhenmeter Bergauf:1.105 hm
  • Höhenmeter Bergab:1.105 hm
Höchster Punkt2.855 m

Wegbeschaffenheit

Bis zum Pfitscher Joch ist es eine leichte Wanderung, die später am Grat und vor allem in der steilen Gipfelflanke Trittsicherheit verlangt und insgesamt als mittelschwer einzustufen ist. Der fast 3000er bietet den idealen Einstieg, um alpine Höhenluft zu schnuppern. Am geräumigen Gipfel findet man sich inmitten einer großen Eiswandarena.

Ausrüstung

Bergschuhe
Quelle: Zillertal Tourismus GmbH

Beschreibung

Vom Ausganspunkt, der Bushaltestelle am Schlegeis wenige Meter unterhalb der Dominikushütte, wandern wir etwa 10 Minuten am Westufer des Schlegeisstausees entlang. Am Ende des Stausees
passieren wir die Brücke und biegen nach rechts auf den Weg (Nr. 524) in den Zamser Grund ab. Auf dem zunächst breiten Weg wandern wir in moderater Steigung gen Süden. Wir kommen an einer kleinen, windschiefen Hütte vorbei, die durch ihr Aussehen ein wenig an ein Hexenhäuschen erinnert. Allmählich verlieren sich Zirben und Lärchenwald und machen den lieblichen Almrosen Platz. Wir treffen auf einen reizenden, mit Baumstämmen gestalteten Rastplatz und hinter dem traumhaften Almboden auf eine aufwendig in Szene gesetzte Trinkstelle. Der Weg schlängelt sich in sanften Serpentinen zur Lavitzalm (2.095 m) hinauf. Hier kann man sich übrigens auf dem Hin- oder Rückweg stärken und der äußerst interessanten Naturpark-Ausstellung „pfitscherjoch grenzenlos“ einen Besuch abstatten. Es fällt schwer, sich von den atemberaubenden Ausblicken auf die Bergarena loszureißen. Die Szenerie öffnet sich nun auf den weitläufigen Stampfler Boden mit dem wildflussartigen Zamser Bach, der das Schmelzwasser des Stampflkees talwärts transportiert. Bei der Querung des eigentümlich rostroten Baches erklärt sich auch dessen Name: Rotbachl. Wir passieren die Staatsgrenze und kommen am Jochsee vorbei, der unter anderem Lebensraum für Bergmolche ist. Kurz vor dem Pfitscher Joch-Haus weist linker Hand ein kleiner Wegweiser hinauf zur Rotbachlspitze. Vorbei am alten Zollhaus folgen wir dem meist gut sichtbaren Weg. Wir halten uns nördlich des Kammes, bis wir unterhalb eines markanten Buckels (2.539 m) den Grasrücken betreten und diesem folgen, bis er sich allmählich in einen felsigen Grat verwandelt. Wir überwinden in leichter Kraxelei
einige Stellen im Blockgelände. Für das letzte Stück zum Gipfel auf 2.895 m weichen wir in die steile Schuttflanke aus. Hier führt uns eine anspruchsvolle Zick-Zack-Spur zum Gipfel. Der Endspurt verlangt uns nochmal Schweiß ab, der Ausblick belohnt uns dafür jedoch reichlich. Einige berühmte Eiswände der Ostalpen liegen nun vor uns: Die Hoch- und Griesferner-Eiswand mit dem Hochferner-Gipfel und den niedrigeren Nachbargipfeln der Weißseespitzen. Hier in den Eisbrüchen erlernte der junge Reinhold Messner unter anderem sein Handwerkszeug, das ihm auf seinen Expeditionen
im Himalaya große Erfolge bescherte. Das Günther Messner Biwak am Fuße des Griesferners erinnert an den am Nanga Parbat verstorbenen Bruder Reinhold Messners. Nach einer genüsslichen Gipfelrast geht über den Aufstiegsweg wieder zurück.

 
Prähistorische Strecke
Ein sehr interessantes Detail kam im Zuge einer umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchung ans Licht. So lässt sich die Flurbezeichnung Lavitzalm möglicherweise auf den Lavezabbau im Nahbereich der Alm zurückführen. Lavez wird allgemein gebräuchlich auch als Speckstein bezeichnet. Es wurden unterhalb der Rotbachlspitze zwischen 1.971 und 2.422 m mehrere Abbaustätten nachgewiesen. Speckstein ist ein idealer Werkstoff, der leicht abbau- und bearbeitbar ist. Er ist ein sehr guter Wärmespeicher, isoliert gut, ist aber zugleich feuerfest. Deswegen wurde er schon in der Jungsteinzeit häufig für Gefäße und Schmuck verwendet. Die Abbaustätten bei der Lavitzalm sind die ersten nachgewiesenen Lavezabbaustätten Österreichs.



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