In drei Tagen bekommt man geballt alles zu sehen, was die Zillertaler Alpen zu bieten haben. Von sanften Almböden und historischen Bauten über die Einsamkeit eines versteckten Hochtales und die beeindruckende Gletscherwelt bis hin zu einem eisfreien und gut erwanderbaren Dreitausender.
Nicht weniger anspruchsvoll, aber auf deutlich besser markierten Pfaden geht es auf die heutige Tagesetappe. Wir queren hinter der Hütte den Bach und folgen dem Gletscherweg Nr. 502. Nach leichtem Auf und Ab überschreiten wir die kleine Brücke über den tosenden Gletscherbach, der aus dem Waxeggkees herunter rauscht. Achtung: Bei Hochwasser kann diese Brücke unpassierbar werden, in dem Fall gibt es einen Umweg über die Alpenrosenhütte. Wir winden uns einige Minuten die Seitenmoräne nach oben, biegen nach links ab und folgen dem Moränenrücken zielstrebig in die Höhe. Auf ca. 2.250 m macht der Weg einen scharfen Rechtsbogen und es geht in Serpentinen unter dem über uns thronenden Krähenfuß hindurch. Eine luftige Wegführung über ein Felsband leitet uns sanft auf den Schönbichler Grat. War dieser Grat zu längst vergangenen Zeiten noch ein üppiger Eisgrat, so leitet uns nun ein gemütlicher Weg im Fels an die Schlüsselstelle heran. Jetzt heißt es Hand anlegen und wir greifen beherzt in die an manchen Stellen äußerst dienlichen Stahlseile. Erstaunlicherweise erreichen wir über ein paar Turnübungen am Stahlseil ohne größere Schwierigkeiten bald eine kleine Scharte, von der es nur mehr ein Katzensprung auf den Gipfel ist. Von unserer 3000er-Warte aus schweift der Blick über die von Gletschern umspielten schroffen Felszacken. Nach dieser Bergkino-Gipfelrast steigen wir über den kurzen Gipfelgrat wieder auf die Scharte ab, wenden uns nach rechts und folgen ein paar Stahlseilen hinab Richtung Furtschaglhaus, wo uns bei rund 2.760 m nochmals eine Felsstufe fordert. Hochzufrieden über das grandiose 3000er-Panorama lassen wir den Abend auf der Schutzhütte ausklingen.
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