Carmen Müller: Von Gärten, Pflanzen und Menschen - Eventkalender - kultur.tirol
Foto: Carmen Müller
Ausstellung

Carmen Müller.
Von Gärten, Pflanzen und Menschen

Das aut in Innsbruck zeigt von 6. November 2020 bis 20. Februar 2021 eine künstlerische Feldforschung in und um Innsbruck von Carmen Müller.

Kategorie

Ausstellungen

Datum

06.11.2020 - 20.02.2021

Veranstaltungsort

aut. architektur und tirol
Lois-Welzenbacher-Platz 1
6020 Innsbruck

Beschreibung

Lass dir gesagt sein: Halbherzigkeit beim Gärtnern ist strengstens verboten. Man muss seinen Garten LIEBEN, ob es einem gefällt oder nicht.“
Walter Carruthers Sellar

Gärten und Pflanzen sind die Passion der Südtiroler Künstlerin Carmen Müller. Zum einen ist sie selbst leidenschaftliche Gärtnerin. Sie baut in ihrem Garten Nutz- und Zierpflanzen an, verarbeitet diese, verwendet sie als Heilmittel oder genießt die „Früchte“ und hat sich ein umfangreiches botanisches Wissen angeeignet. Zum anderen erkundet sie als Gartenforscherin seit vielen Jahren die unterschiedlichsten Arten von Gärten – private Haus- und Schrebergärten, Gemeinschafts- und Hofgärten, Kloster- und botanische Gärten. Dabei gilt ihr Interesse der jeweiligen Geschichte, die jeder Garten erzählt. Denn ein Garten ist ein Ort, an dem individuelle Maßstäbe gelten und jede/r Gärtner/in ist eine Art Regisseur/in. Sie/er entscheidet, welche Gemüse- und Obstsorten, welche Zierpflanzen und Kräuter gesetzt werden, wieviel Platz diesen eingeräumt wird und wie die kleinen oder größeren Flächen gestaltet werden. Im Garten kann jede/r ihre/seine planerischen, handwerklichen und ästhetischen Talente einbringen und ein Werk schaffen, das alle Sinne anspricht. Jeder Garten ist so auch eine Spielwiese, die dem Individualismus breiten Raum gibt und ein Ort, an dem Träume und Sehnsüchte verwirklicht werden.

Als Artist in Residence streift Carmen Müller neugierig durch Gegenden, entdeckt Gärten, die sie interessieren, kommt ins Gespräch mit den Menschen, die hinter den Gärten stehen und lässt sich erzählen, welche Rolle sie im Leben dieser Personen spielen. Aus den Gärten, Wiesen und Parks nimmt sie einzelne Fundstücke und Pflanzen mit, die dann zur Inspirationsquelle ihrer künstlerischen Arbeit werden. 

In ihrem Atelier setzt sie sich mit einzelnen Stücken auseinander – einer getrockneten Blüte, einer Wurzel, einem Blatt oder einem aufgeschnittenen Stück Obst. Fasziniert vom Formen- und Farbreichtum der Natur verarbeitet sie ein Motiv malerisch, graphisch oder setzt es in Stickerei um. So entstehen Serien, in denen sie sich vom Naturalistischen entfernt und den der Pflanze innewohnenden Formwillen abstrahiert und poetisiert: symmetrische, numerische und geometrische Anordnungen, ausgeklügelte Farbkompositionen, filigrane Architekturen, aber auch individuelle Besonderheiten.

2009 zeigte das Museion Bozen mit „Notizen aus Gärten“ eine umfassende Werkschau der Künstlerin zu dieser Thematik, die auf den jahrelangen Erkundungen von Gärten in Südtirol aufbaute. Seither hat Carmen Müller ihre Feldforschungen ausgedehnt und sich mit Gärten rund um Oldenburg, in Castasegna oder im Benediktinerkloster St. Johann in Müstair auseinandergesetzt. In Glurns realisierte sie im Rahmen eines Stadtentwicklungsprojekts gemeinsam mit engagierten Bewohnern und Bewohnerinnen einen Gemeinschaftsgarten, der zu einem generationsübergreifendem Raum des Austauschs von Erfahrungen und Lernprozessen rund um den Gartenbau wurde.

Für die Ausstellung im aut war Carmen Müller seit Frühjahr 2019 in und um Innsbruck unterwegs, hielt Ausschau, beobachtete, fragte nach, fotografierte, notierte und dokumentierte in öffentlichen und privaten Gärten. Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse dieser Feldforschung anhand von Fotografien, Fundstücken, Auszügen aus Gesprächen mit Gärtnern/innen und künstlerischen Pflanzeninterpretationen. Dabei wird auch spürbar, wie die Covid-19-Zeit und vor allem der Lock-Down im Frühjahr das Verhältnis der Menschen zu ihren Gärten veränderte. Konnte man in Folge der Wirtschafskrise der Jahre 2008/09 beobachten, dass das Interesse an Selbstgezogenem in Stadt und Land gestiegen war, so ist in diesem Frühjahr so manchem der Wert eines privaten Gartens erst wirklich bewusst geworden.

Di–Fr 11.00 bis 18.00 Uhr
Sa 11.00 bis 17.00 Uhr
an Feiertagen geschlossen
Eintritt frei

Kontaktdaten

aut. architektur und tirol
Lois-Welzenbacher-Platz 1
6020 Innsbruck
T. +43.512.571567

office@aut.cc
www.aut.cc

Ute Woltron: Garten-Literaten, von Epikur bis web2.0

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Carmen Müller: Über Pflanzen, Gärten und Menschen“ findet am 26. November 2020, 19 Uhr, ein Vortrag der Architekturkritikerin, Journalistin und Autorin Ute Woltron statt. Sie ist selbst passionierte Gärtnerin und setzt sich seit vielen Jahren in Kolumnen bzw. Publikationen mit dieser Thematik auseinander.

„Der ideale Ort für uns Erdenbewohner – er wird in der Menschheitsgeschichte nicht umsonst häufig als Garten beschrieben: Als mesopotamischer Paradeisos, als die Gärten von Elysium und Arkadien, als die geheimnisvollen Gärten der Hesperiden, als besagter Garten Eden in der Bibel. Der Garten als Lehrmeister für die Dinge des Lebens, des Werdens und Entstehens, aber natürlich auch des Vergehens und Wiederauferstehens ist ebenso ein Bild, das nicht weithergeholt scheint und in Kunst-, Literatur-, Philosophiegeschichte einen fixen Platz hat. Der Garten war von Beginn an ein Gleichnis, und daher empfiehlt es sich gerade dieser Tage, die Schriften alter und junger Gärtnerinnen und Gärtner unterschiedlicher Epochen hervorzukramen und von deren gedanklichem Humus ein paar Schaufeln für die Beimpfung des eigenen abzuzwacken. Herumbuddeln, nachdenken, schreiben, glücklich sein. Darum geht’s hier.“ (Ute Woltron)

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Schwertlilie (Detail), Foto: Carmen Müller
Garten Natters, Foto: Carmen Müller
Feuerwanzen, Foto: Carmen Müller

Fotos: Carmen Müller (2), Ute Woltron

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