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Pauline

Nachts am Berg

Aktualisiert am 07.01.2019 in Magazin

Fotos: Sebastian Schels

Am Himmel leuchten die Sterne. Der Mond lässt den Schnee schimmern. Unten im Tal blinken ein paar Lichter. Und über die Gipfel legt sich eine himmlische Ruhe. In den früheren oder späteren Abendstunden kann man die Bergwelt noch einmal ganz neu entdecken. Wir zeigen die schönsten Ausflüge in die Tiroler Dunkelheit. Und wünschen: eine gute Nacht!

Abendausflug mit der Pistenraupe

Die kindliche Begeisterung für große Maschinen verlässt die meisten Menschen wohl nie ganz. Und Pistenraupen wirken besonders faszinierend: die gewaltigen Ketten, die breite Schaufel, die starken Motoren. Jeder Skifahrer hat schon einmal abends vom Hotel aus hoch ins Skigebiet geblickt, wo in tiefer Dunkelheit die Lichter der Pistenraupen über den Schnee tanzen – und vielleicht davon geträumt, selbst dabei zu sein, wenn die Pisten gebügelt werden für einen neuen Tag. Genau das ist etwa in Lermoos am Grubigstein möglich. Als Co-Pilot kann man sich entweder meditativ dem sanften Ruckeln des Fahrzeugs hingeben oder die Stille mit Fragen durchbrechen: Worauf muss man beim Präparieren der Abfahrten achten? Und wie viel PS hat eigentlich so eine Pistenraupe? Das können wir schon mal verraten: 390.

Pistenraupe

So geht's:

Treffpunkt: Mittelstation (Kabinenbahn Grubig 2)

Wann: von Ende Dezember bis Ende März täglich 16.30 Uhr

Dauer: 1 h 30 min bis 2 h

Preis: Erwachsene 40 Euro, Kinder (5–15 Jahre) 25 Euro

Kartenverkauf: Kasse der Kabinenbahn Grubig 1

+43 5673 2323, info@bergbahnen-langes.at

Rodeln auf glitzernden Bahnen

Der Weg durchs Axamer Tal verwandelt sich seit einigen Wintern in eine Naturrodelbahn. Die fast vier Kilometer lange Strecke ist eine von mehreren Nachtrodelbahnen in Tirol: hell beleuchtet, von verschneiten Bäumen gesäumt und breit genug, um sich eine Wettfahrt zu liefern. Mit 14 Prozent Gefälle geht es auf der Bahn allerdings weniger rasant als genussvoll bergab. Seit 2016 zweigt am oberen Ende der Rodelbahn ein Weg zur Schafalm ab. Dort veranstalten Roland und Christine Riedl im Winter gemütliche Rodelabende. In der Saison verkehrt in den westlichen Feriendörfern um Innsbruck ein kostenloser Abendrodelbus.

Axamer Lizum
Axamer Lizum

So geht's:

Ausgangspunkt: Unterer Parkplatz in der Axamer Lizum

Öffnungszeiten: je nach Schneelage täglich, bis 24 Uhr beleuchtet

Streckenlänge: 3,9 km

Aufstiegszeit: 1 h 30 min

Rodelverleih: u.a. Intersport Olympia Rent, Alpinhotel Lizumer Bergheim,

Sport 2000 Apperl

+43 5234 68178, axams@innsbruck.info

Tourengehen bei Mondschein

Auf den letzten Höhenmetern verhält sich die Skitour zum Ostgipfel der Hohen Munde anspruchsvoll und harsch wie eine Diva: Nur bewanderten Tourengehern gelingt es, sie zu erobern – bevorzugt im Frühjahr, wenn der Schnee sich bereits verfestigt hat. Der Aufstieg, den man am Besten im Morgengrauen beginnt, ist trotz aller Ansprüche sagenhaft. Die erste Tourenetappe bis zur Rauthhütte schaffen dagegen auch weniger erprobte Skitouristen – und das sogar im Dunkeln, wenn der Aufstieg still und starr vor einem liegt. Wirt Andreas Rauth zieht auf der ehemaligen Skipiste des Mundelifts oft noch eine Raupenspur hinauf zu seiner Hütte, damit Tourengeher noch schneller in zwei urgemütlichen Ofenstuben süße und herzhafte hausgemachte Knödel genießen können – zwischen Dienstag und Samstag sogar bis 22 Uhr.

Rauthhütte Leutasch
Rauthhütte Leutasch

So geht's:

Ausgangspunkt: Parkplatz Rauthhütte / Mundestadl

Wann: je nach Schneelage von Dezember bis April

Strecke: 400 Hm zur Hütte, 1.420 Hm zum Gipfel

Aufstiegszeit: 1 h zur Hütte, 3 h 30 min bis 4 h zum Gipfel

+43 664 281 5611, info@rauthhuette.at

Langlauf in stiller Nacht

Mitten durch die einzigartige Großgebirgslandschaft des Nationalparks Hohe Tauern führen kilometerlange gepflegte Langlaufloipen. Die Loipen in Prägraten am Großvenediger im Virgental wurden kürzlich mit dem Tiroler Loipengütesiegel ausgezeichnet. Die Nachtloipe führt durch eine prachtvolle Winterlandschaft entlang der Isel-Loipe, vorbei an raureifbenetzten Baumkronen. Die Ski gleiten gleichmäßig über die gespurte Bahn, man überquert eine Brücke und zieht am anderen Ufer der Isel zurück zum Start. Langläufer lieben die Ruhe. Und die kann man in der Nacht noch viel besser genießen.

Prägraten am Großvenediger
Prägraten am Großvenediger

So geht's:

Ausgangspunkt: Freizeitzentrum Prägraten, Iselweg Richtung Unterfeld

Strecke: 3,3 km

Wann: 16 –21 Uhr

Preis: Tageskarte 6 Euro, Wochenkarte ab 30 Euro, Saisonkarte ab 70 Euro

Kartenverkauf: Informationsbüro Prägraten

Skiverleih: u.a. Sport Michl, Skiverleih Hannes

+43 50 212530, praegraten@osttirol.com

Boarden und Carven unter den Sternen

Pisten zum Träumen? Gibt es im Kühtai den ganzen Winter über. Jeden Mittwoch und Samstag sogar im doppelten Sinn – da kann man zu Zeiten, in denen die Ersten bereits in den warmen Daunen schlummern, beim Flutlicht-Skifahren und -Snowboarden noch rasante oder auch verträumte Turns in die Hänge am Kühtaisattel zirkeln. Die HochAlterBahn und die StartBahn transportieren die Wachgebliebenen hinauf auf den Berg. Wahlweise Erfrischungen oder einen Schlummertrunk gibt’s in der Kaiser-Max-Hütte mitten im Skigebiet beim Schwarzmooslift – das urige Berggasthaus hat an den Tagen des Nachtskilaufs bis Mitternacht geöffnet. Wer nach den allerletzten Schwüngen zurück im Tal in die Kissen sinkt, muss dann wirklich nicht mehr allzu lang aushalten, bis es am nächsten Morgen weitergeht mit der Pistengaudi.

So geht's:

Ausgangspunkt: Kühtai, HochAlterBahn

Wann: Mi und Sa, 19:30 bis 22:00 Uhr

Preis: Erwachsene 16 Euro, Jugendliche 11 Euro, Kinder 8 Euro

Kontakt: +43 5239 5222, office@kuehtai.info

Pauline Krätzig schreibt am liebsten über Menschen – deren Kultur, Geschichte(n) und Traditionen. Davon gibt es in Tirol jede Menge. Und verdammt guten Latschenlikör.

Pauline
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